Bobath (KG ZNS)

Nach diesem, von Karel und Berta Bobath entwickelten Konzept, werden Kinder und Erwachsene mit Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen, sowie mit anderen neurologischen Erkrankungen behandelt. Es beinhaltet therapeutische Maßnahmen zur Unterstützung der Eigenregulierung von Haltung (Tonus/Körperspannung )und Bewegung. Diese Hilfen ermöglichen dem Patienten, seine Fähigkeiten oder auch Kompetenzen zu entdecken, zu nutzen und weiterzuentwickeln, für die Auseinandersetzung mit seiner gegenständlichen Umwelt und seiner sozialen Interaktion. Haltungs- und Gleichgewichtskontrolle werden mit verschiedenen Therapiemitteln und Positionen, sowie in verschiedenen Situationen im Raum geübt. Auch optische, akustische und taktile Stimulationen (sensorisches Training/Integration) werden gegeben.

 

Die therapeutische Wirkung zeigt sich in einer

  • Hemmung pathologischer Entwicklungen und Bahnung physiologischer Bewegungsmuster
  • Verbesserung der Motorik, Sensorik, Psyche, Sprachanbahnung
  • Ausnutzung der Stimulationsmöglichkeiten (Plastizität) des Gehirns
  • Verbesserung der zentralen Kontrolle. 

 

Bobath (KG-ZNS) kommt zur Anwendung bei

  • Spastischen Lähmungen bei Schädigung des Gehirns oder Rückenmarkes
  • Lähmungen (spastisch, hypoton) in Kombination mit sensiblen Schädigungen bei Schädigung des Gehirns oder Rückenmarkes (traumatisch, vaskulär, entzündlich, degenerativ)
  • Koordinationsstörungen, bedingt durch Erkrankung des ZNS
  • Abnormen Bewegungen (mit hyper- oder hypokinetischen Störungen)
  • Komplexen peripheren Lähmungen (Plexuslähmungen)
  • Ausgedehnten aktiven und/oder passiven Bewegungsstörungen als Folge von Polytraumen an zumindest 2 Gliedmaßen oder Rumpf und einem Gliedmaß. 

 

Als Therapieziele werden bezeichnet:

  • Verbesserung der Motorik (Normalisierung des Muskeltonus und der Muskelkraft für Fein- und Grobmotorik)
  • Verbesserung von Haltung und Koordination
  • Verbesserung der Sensomotorik
  • Verbesserung der Komplexbewegungen, Bahnung physiologischer Bewegungsmuster
  • Hemmung pathologischer Bewegungsmuster
  • Vermeidung oder Verminderung sekundärer Schäden. 

 

Die Behandlung erfolgt entsprechend dem individuell erstellten Behandlungsplan. Zur KG-ZNS gehören auch eine Schulung im Umgang mit Hilfsmitteln, sowie die Anleitung der Bezugsperson(en) zum Handling und zur notwendigen täglichen Beübung.